Wetterauer Zeitung - Zeichen gegen Rassismus setzen

Sieben Vereine planen Großveranstaltung am 15. Juni - 1500 Menschen sollen Schriftzug "Respekt!" nachstellen

Florstadt (sl/dab). Am 15. Juni soll mit Schritftzug »RESPEKT!« auf dem Messeplatz von Nieder-Florstadt nachgestellt werden. »Ziel ist es, die Menschen zuregen und zu zeigen, dass in der Wetterau kein Platz für Rassimus und Intoleranz ist«, wirbt Manfred Linss, der Sprecher der Aktion »Vereint Zeichen setzen!«, für die Teilnahme. Sieben Vereine stellen die Großveranstaltung auf die Beine, die Teil des lokalen Aktionsplans »BuntErLeben« ist und mit Bundesmitteln gefördert wird.

Manfred Linss war dieser Tage zur Vereinsberatung nach Florstadt gekommen, um die Veranstaltung »Vereint Zeichen setzen! - Gemeinsam gegen Rassismus und Intoleranz« und die Idee dahinter vorzustellen. »Nachdem die Wetterau in den vergangenen Jahren immer ofter im Zusammenhang mit rassistischen und rechtsextremen Übergriffen in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt ist, etwa durch die ,Old Brothers, oder aktuell 'Die Rechte, entstand die Idee, mit möglichst vielen Menschen zu demonstrieren, dass es in der Wetterau keinen Platz für Rassismus gibt.« 

Linss zitierte auch Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich, der gerade erst davor gewarnt hat, das Gewaltpotenzial von Neonazis klein zu reden. Die politisch rechts motivierten Straftaten seien im vergangenen Jahr um etwa vier Prozent, auf rund 17600, gestiegen. Auch vor dem Hintergrund, dass die Hemmschwelle, Gewalt auszuüben, insgesamt dramatisch sinke, sei hier die Zivilgesellschaft gefragt, betonte Linss. »Um zu zeigen, dass es in unserer Gesellschaft keinen Raum für Extremismus gibt.«

Für die Organisation und Durchführung der Großveranstaltung am Samstag, 15. Juni, von 13 bis 23 Uhr in Florstadt haben sich sieben Vereine und Verbände zusammengeschlossen: der Echzeller Verein »Grätsche gegen Rechtsaußen«, der Musikzug der Feuerwehr Blofeld, der Sportkreis Wetterau, der SV Echzell, der Tennisclub Florstadt, der TV Gettenau und die SG Stammheim. Die Schirmherrschaft hat Bürgermeister Herbert Unger übernommen.

»Wir rechnen mit bis zu 3000 Besuchern, denen einiges geboten wird«, sagte Linss. Mitstreiter und Unterstützer seien schnell gefunden worden, so dass schon jetzt ein sehr attraktives Rahmenprogramm vorbereitet sei. So wird das Projekt etwa unterstützt durch die Initiative »Respekt! Kein Platz für Rassismus« und den Reifenhersteller Fulda, der ein Bobby-Car-Rennen organisiert und dafür 100 Flitzer gestiftet hat. Die Jugendpflegen der vier LAP-Kommunen - Echzell, Florstadt, Reichelsheim, Wölfersheim - bieten »Bullriding« an. Außerdem sollen eine Hüpfburg, Fotoaktionen und Spiele aus dem Fundus des Sportkreises für Abwechslung und Amüsement bei den jungen Besuchern sorgen. Wetterauer Vereine kümmern sich ums leibliche Wohl, und auch Infostände zum Thema Toleranz, Rassismus und Kultur sollen aufgebaut werden.

Auch einige Prominente hätten ihre Teilnahme schon zugesagt, so zum Beispiel der Schauspieler David Rott, bekannt aus »Der Mann mit dem Fagott«, »Tatort«, »Polizeiruf 110« und »Der letzte Bulle«. Die »Azzis mit Herz« werden am 15. Juni ein Konzert geben, ebenso wie die »Coconut Butts«. Moderiert wird die Veranstaltung von Kwamena Odum, Journalist, Produzent und Filmemacher aus Wiesbaden. Doch auch ganz normale Bürger sind angesprochen: »Wir freuen uns, wenn sich viele Vereine, Firmen, Organisationen und Privatpersonen aus der Wetterau zu dieser Aktion anmelden und am Veranstaltungstag im großen menschlichen Schrillzug RESPEKT! mitwirken«, sagte Linss. »Je mehr Menschen mitmachen, umso nachhaltiger demonstriert die Wetterau: »Hier ist kein Platz für Rassismus! Wir stehen für Toleranz und respektvol-lem Umgang miteinander - die Grundlage unserer Demokratie,« Eine Anmeldung ist im Internet möglich unter www.vereint-zeichen-setzen.de.

 

© Wetterauer Zeitung 04.04.2013

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